St. Josef-Krankenhaus Zell
St. Josef-Krankenhaus Zell >  Linkes Menü >  Medizinische Bereiche >  Neurologie >  Stroke Unit (Schlaganfall-Sepzialstation)

Stroke Unit (Schlaganfall-Sepzialstation)


Was ist eine Schlaganfall-Spezialstation – die Stroke Unit?


Eine Schlaganfall-Spezialstation – auch Stroke Unit genannt - ist eine spezielle Ein­richtung einer neurologischen Klinik, die eine beson­ders intensive Betreuung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall bietet, die auf einer Normalstation nicht gewährleistet werden kann. In der Akutphase des Schlaganfalls ist der Krankheitsverlauf meistens noch instabil, so dass eine besonders intensive Versorgung des Patienten erforderlich ist. Bei einer Schlaganfall­-Spezialstation handelt es sich um eine spezielle Einrichtung, die nahezu den medizinischen Standard einer Intensiv­station bietet. Auf der Schlaganfall-Spezialstation arbeitet ein Team aus besonders geschultem ärztlichen und pflegerischen Personal zusammen mit Kranken­gymnasten, Sprachtherapeuten und Sozialarbeitern.

 
Aufgaben einer Schlaganfall-Spezialstation

Die Schlaganfall-Station hat folgende Aufgaben:

  • die unmittelbare Diagnostik des Schlaganfalls als Voraussetzung für eine gezielte und an der jeweiligen Ursache orientierten Therapie
  • rechtzeitige Erkennung von Komplikationen durch spezialisiertes Personal und durch kontinuierliche Überwachung von Körperfunktionen durch spezielle Geräte (Monitore)
  • rasche und gezielte medikamentöse Therapie einschließlich der Überwachung ihrer Nebenwir­kungen
  • Einsatz neuer Therapieverfahren


(beispielsweise Lyse-Therapien, Neuroprotektion, frühzeitige Krankengymnastik und Sprachtherapie, Feststellung des richtigen Zeitpunktes, um weiter­führende Therapien einzuleiten)

Im Rahmen fachübergreifender Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ärzten wird die Ur­sache des Schlaganfalles festgestellt und die entsprechende Therapie begonnen.
 
Ausstattung der Schlaganfallstation des St. Josef-Krankenhauses Zell

  • besonders geschultes Schlaganfallteam
  • Krankengymnasten
  • Sprach- und Bewegungstherapeuten
  • Sozialarbeiterdienst
  • 24-Std.-Ultraschalldiagnostik
  • 24-Std.-Monitoring (Blutdruck, Herzfrequenz, Sauer­stoff, Temperatur, wenn erforderlich Gefäßultraschall, EEG)
  • 24-Std.-Laborbereitschaft
  • 24-Std.-Computertomographie


Welche Untersuchungen erfolgen bei der Aufnahme auf der Stroke Unit?

Am wichtigsten ist die Befragung des Patienten und die ausführliche neurologische und internistische Untersuchung durch den Arzt der Stroke Unit unmittelbar nach der Aufnahme. Dabei werden die notwendigen weiteren Untersuchungen festgelegt.

Dann wird eine Schichtaufnahme der Kopfes (Computertomographie) durchgeführt. In der Regel schließt sich dann eine Ultraschalluntersuchung an. Mit verschiedenen Geräten können Gefäße des Halses und des Gehirns untersucht werden. Von diesen Untersuchungen hängt die weitere Behandlung ab.

Bei der Aufnahme auf der Schlaganfall-Spezialstation wird zunächst jeder Patient an einen Monitor angeschlossen, so dass man engmaschig den Blutdruck, die Herzaktion und den Sauerstoffgehalt im Blut überwachen und kontrollieren kann. Es werden ausführliche Laboruntersuchungen vorgenommen. Baldmöglichst wird mit der Untersuchung des Herzens begonnen. Das Herz kann entweder mit einem Ultraschallkopf von außen untersucht werden oder über eine Sonde, die in die Speiseröhre geschoben wird. Dazu muss dann ein Schilauch geschluckt werden, ähnlich wie bei einer Magenspiegelung.

Manchmal werden spezielle kernspintomographische Untersuchungen oder Gefäßdarstellungen durch eine Katheteruntersuchung notwendig. Gegebenenfalls werden weitere kardiologische Untersuchungen, zum Beispiel ein Langzeit-EKG oder ein Herzbelastungstest, durchgeführt. Zum Teil sind noch weitere neu­rologische Spezialuntersuchungen nötig. Erst wenn alle diese Befunde vorliegen, kann über die weitere, langfristige Therapie entschieden werden.


Therapeutische Maßnahmen


Auf der Stroke Unit findet eine Akutbehandlung, eine vorbeu­gende Behandlung und eine Behandlung der Risikofaktoren statt.

Zur Akutbehandlung gehört die Lyse-Therapie, bei der ein Medikament verabreicht wird, das Blutgerinnsel auflöst, die Gefäßverschlüsse verursachen. Diese Therapieform ist aller­dings nur sinnvoll in den ersten Stunden nach Beginn der Symp­tomatik. Andere Gerinnungshemmende Medikamente werden häufig gegeben, um eine Verschlechterung oder einen erneuten Schlaganfall zu vermeiden.

Vorbeugung: Bei einem akuten Schlaganfall geht man davon aus, dass sich um das geschädigte Gewebe herum eine Hirnschwellung bildet. In diesem Bereich hat zwar auch vorübergehend eine Durchblu­tungsstörung stattgefunden, jedoch ist dieses Gewebe noch er­haltungsfähig. In Zukunft wird es Medikamente geben, die dieses zu erhaltende Gewebe schützen sollen (Neuroprotek­tion). Darüber hinaus ist natürlich ein ausreichend hoher Blut­druck, eine ausreichende Sauerstoffzufuhr, ein normaler Blutzucker und eine normale Körpertemperatur zur Erhaltung dieses Gewebes notwendig. Deshalb wird darauf insbesondere in den ersten zwei bis drei Tagen ganz besonders geachtet.

Unter der Sekundärprophylaxe versteht man die längerfristige Behandlung, die nach einem Schlaganfall eingeleitet wird, um einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Es gibt mehrere Medikamente, die verhindern sollen, dass Blutplättchen ver­klumpen und zu Gefäßverschlüssen führen, oder die die Gerin­nungsfähigkeit des Blutes hemmen.

Wenn eine hochgradige Verengung einer Halsschlagader nachgewiesen worden ist, gehört dazu manchmal eine gefäßchirurgische Operation oder eine Stent-Implantation.

Behandlung der Risikofaktoren: Bereits in der Akutphase ist es wichtig, die beeinflussbaren Risikofaktoren gut zu behandeln. Beispielsweise sind eine gute Blutdruckeinsteilung, eine Blutzuckereinstellung und möglicher­weise ein spezielle, fettarme Diät erforderlich.

Zur Behandlung auf der SchlaganfaII-SpeziaIstation gehört auch eine umfang­reiche Aufklärung über den Schlaganfall, die von der Vorsorge bis zur Nachsorge reicht. Ärzte und Pflegepersonal geben außerdem Hilfestellung bei der richtigen Messung der Blut­druck- und Blutzuckerwerte. Die Teilnahme an diesen Aktivi­täten ist ebenso wichtig wie die medikamentöse oder krankengymnastische Behandlung.