St. Josef-Krankenhaus Zell
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Qualitätsmanagement

1. Qualitätspolitik

Das Leitbild der Maria Hilf Gruppe dient der Unter­nehmung zugleich als Darlegung der Qualitätspoli­tik und ist verbindlich für alle Einrichtungen des Ver­bunds.

Das Leitbild beschreibt die Grundlagen, Ziele und Visionen der Trägerschaft. Hierbei werden Aussa­gen zu folgenden Aspekten getroffen:

 

1. Wurzeln, aus denen wir kommen

2. Grundsätze, für die wir einstehen

3. Menschen, für die wir da sind

4. Menschen, die mit uns arbeiten

5. Lebensräume, die wir mitgestalten

6. Vorbild, an dem wir uns orientieren

 

Integraler Bestandteil des Leitbildes ist dabei die be­sondere Ausrichtung zur Qualität. In Kapitel II Ab­schnitt 3 heißt es beispielhaft hierzu: „Qualität zeich­net unsere Einrichtungen besonders aus. Basis un­seres Qualitätsmanagements ist die konsequente Ausrichtung am Evangelium und am christlichen Menschenbild. Hohe professionelle Standards sind unser Ziel.“ Die Umsetzung des Leitbildes im All­tag ist eine tägliche Herausforderung. Hierzu wer­den Kernaussagen des Leitbildes in den Arbeitsab­lauf integriert. Durch die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems wird beabsichtigt, die Quali­tät der Leistungen systematisch sicherzustellen und die Grundlage für einen kontinuierlichen Verbesse­rungsprozess dieser Leistungen zu legen.

2. Qualitätsziele

Als leistungsstarker Anbieter in der Region stellt sich das St. Josef-Krankenhaus der Aufgabe, die Bevöl­kerung des Einzugsgebietes mit Gesundheitsleistungen kompetent zu versorgen. Im Rahmen des Versorgungsauftrags strebt es die kontinuierliche Er­weiterung und - soweit erforderlich - die Umstruktu­rierung des medizinischen Leistungsangebotes an, um auf Dauer die gesundheitliche Versorgung sicher-zustellen und qualifizierte Arbeitsplätze zu erhalten.

 

Richtlinie des Handelns ist das Leitbild des Trägers, der Maria Hilf RLP gGmbH, und der Muttergesell­schaft, der Maria Hilf Kranken- und Pflegegesell­schaft mbH in Dernbach. Oberstes Ziel ist es, kran­ke Menschen zu heilen und deren Leiden zu lindern. Dabei steht auf der Grundlage christlicher Wertvor­stellungen der ganzheitliche Dienst am Menschen im Vordergrund des Handelns. Jeder ist gleich wich­tig und wird mit Würde und Respekt behandelt.

 

Qualität ist kein absoluter Wert, sondern orientiert sich am Erreichen von gesetzten Zielen. Qualität be­deutet auch die berufsgruppenübergreifende, pati­enten- und teamorientierte Zusammenarbeit im ge­samten Krankenhaus. Diese Ziele erreicht das St. Josef-Krankenhaus mit kooperativen, leistungsbe­reiten und zufriedenen Mitarbeitern, die motiviert ihre Arbeit leisten. Es ist der Leitung bewusst, dass von den Mitarbeitern ein hohes Maß an Einsatz- und Leistungsbereitschaft gefordert wird, um sich als Unternehmen unter den geänderten Rahmenbedin­gungen im Gesundheitswesen behaupten zu kön­nen.

 

Von den Führungskräften wird erwartet, dass die Mitarbeiter mit ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen und in das betriebliche Geschehen aktiv mit einbezogen werden.

Die Mitarbeiter werden zur Eigeninitiative und Über­nahme von Eigenverantwortung bei der Gestaltung ihrer Arbeitsplätze sowie der dazugehörigen Arbeits­prozesse ermutigt. Den Mitarbeitern wird Hand­lungssicherheit durch Vorgaben in Form von Pro­zessbeschreibungen, Standards, Leitlinien etc. ge­geben. Durch die geforderte ständige Weiterent­wicklung der Einrichtung wird erwartet, dass die Mit­arbeiter im Rahmen der finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten die Gelegenheit erhalten, ihre Quali­fikation aufrechtzuerhalten, sich neue Arbeitsmetho­den anzueignen und diese weiter zu entwickeln.

 

Zu einer wirksamen Patientenorientierung gehört auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den einweisenden Ärzten und Krankenhäusern, den Krankenkassen sowie den Nachsorgeeinrichtungen. Es besteht die Verpflichtung zu einer aktiven Infor­mationspolitik sowie einer vertrauensvollen Kommu­nikation und Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, ambulanten Diensten, Behörden, Verbän­den, Fördervereinen, Sponsoren, Industrie und Lie­feranten, Medien, Kirchen- und politischen Gemein­den. Dies wird erreicht durch eine zielgerichtete Öf­fentlichkeitsarbeit sowie durch Angebote für Infor­mations- und Fortbildungsveranstaltungen.

 

Das St. Josef-Krankenhaus bekennt sich zum Um­weltschutz. Prozesse werden unter Beachtung eines wirtschaftlichen Ressourceneinsatzes so gestaltet, dass die angestrebten Ergebnisse in effektiver und effizienter Weise erreicht werden.

 

Es wird eine höchstmögliche Qualität unter Beach­tung der Vorgaben des Krankenhausträgers ange­strebt. Das Handeln zielt auf das Erreichen guter kunden-, mitarbeiter- und gesellschaftsbezogener sowie wirtschaftlicher Ergebnisse.

 

Durch die ständige Verbesserung der Leistungen werden langfristig der Standort als regionaler Ver­sorger im Gesundheitswesen erhalten und damit auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter gesichert. Um dieses Ziel zu erreichen, verpflichtet sich das St. Josef-Krankenhaus in besonderem Maße der Wirt­schaftlichkeit. Deshalb schließt der kontinuierliche Verbesserungsprozess als wesentliches Element die Überwachung und Optimierung des Einsatzes der vorhandenen Ressourcen, also auch der finan­ziellen Mittel, ein.

3. Aufbau des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements

Die Organisation des Qualitätsmanagements ist für alle Einrichtungen in der Maria Hilf Gruppe hinsicht­lich Aufbau und Verantwortlichkeiten einheitlich fest­gelegt. Die Arbeit im Qualitätsmanagement ist kon­zernweit durch folgende Funktionsgruppen sicher­gestellt:

·         Geschäftsführung der Konzernmutter

·         Geschäftsführung der Gebiete / Gebietsleitung

·         Einrichtungsleitungen

·         Qualitätsmanagementbeauftragte auf Gebietsebene und Einrichtungsebene

·         Qualitätsbeauftragte in den Abteilungen und Bereichen

·         Interne Auditoren der Einrichtungen

·         Projektteams in den Einrichtungen

 

Innerhalb des Krankenhauses ist eine Qualitätsma­nagement-Steuergruppe als Lenkungsgremium ein­gerichtet und besteht aus den Mitgliedern der Be­triebsleitung und der Qualitätsmanagementbeauf­tragten. Die Qualitätsbeauftragten der Abteilungen und Bereiche geben qualitätsrelevante Informati­onen in den entsprechenden Fachbereich weiter und überwachen die Umsetzung von Qualitätsvorgaben. Ausgebildete Interne Auditoren führen strukturierte Qualitätsaudits nach einem Jahresplan durch. Ver­besserungsmaßnahmen werden ggf. auch durch eigens ein­gesetzte Projektteams im Rahmen des kontinuier­lichen Verbesserungsprozesses bearbeitet.

4. Instrumente des Qualitätsmanagements

Interne Audits

Zur ständigen Verbesserung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems und seiner Pro­zesse sowie zur Sicherstellung der Konformität mit den Normforderungen werden in regelmäßigen Ab­ständen interne Audits durchgeführt. Auditziele, Au­ditarten und -kriterien sowie die eingesetzten inter­nen Auditoren sind in einem Auditprogramm festge­legt. Dieses wird durch die Auditjahresplanung er­gänzt und konkretisiert. Auditergebnisse werden do­kumentiert, bewertet und fließen in einen zentralen Qualitätsmanagement-Maßnahmenplan ein.

 

Befragungen

Eine kontinuierliche Patientenbefragung findet mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens statt. Das Auswertungsergebnis wird im Rahmen der Manage­mentbewertung der Krankenhausleitung vorgestellt und Maßnahmen abgeleitet.

 

Beschwerdemanagement

Ein internes Beschwerdemanagement ist seit Jah­ren eingeführt, um durch entsprechende Korrektur- oder Vorbeugemaßnahmen kritische Aspekte abzu­stellen.

 

Qualitätssicherung

Das Krankenhaus beteiligt sich an externen Maß­nahmen zur Qualitätssicherung durch entspre­chende Datenübermittlungen an die Bundes- bzw. Landesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung. Zu­sätzlich werden interne Maßnahmen wie systema­tische Begehungen, ein geregeltes Besprechungs­wesen, Entwicklung von Behandlungs- und Pflege­standards, etc. durchgeführt.

 

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Auf der Grundlage des sogenannten PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) werden Verbesserungsmaß­nahmen entwickelt und umgesetzt. Ein zentraler Qualitätsmanagement-Maßnahmenplan mit Benen­nung von Verantwortlichkeiten und Wirksamkeits­kontrollen wird geführt und unterstützt die Weiter­entwicklung der Einrichtung.

5. Qualitätsmanagementprojekte

Seit dem letzten Qualitätsbericht sind im St. Josef-Krankenhaus erneut zahlreiche Schritte zur Leis­tungsoptimierung erfolgt.

 

Das Grundprinzip der Information und Bildung wird Jahr für Jahr in verschiedensten zielgruppenorien­tierten Veranstaltungen manifestiert, bei denen sich interessierte Laien bis zu Experten informieren kön­nen. Beispielhaft zu erwähnen sind offene Arzt-Pati­enten-Seminare, Praxisveranstaltungen für pflegende Angehörige sowie seitens der Ärztekammer mit Wei­terbildungspunkten ausgezeichnete Seminare.

Durch die Eröffnung der trägereigenen Palliativ-Akademie Katharina Kasper in Dernbach wird ein umfangreiches Aus-, Fort- und Weiterbildungspro­gramm für alle an der Palliativversorgung beteiligten Personen angeboten.

 

Ferner sind verschiedene Schritte zur Erweiterung des Leistungsspektrums erfolgt. Hierzu zählen bei­spielsweise die Spezialisierung einer separaten Ab­teilung für Gefäßchirurgie, die Kooperation mit exter­nen Chirurgen, die Angliederung einer Praxis für Lo­gopädie sowie einer Podologin.

Weiterhin ist ein fachübergreifendes Inkontinenz- und Beckenbodenzentrum eingerichtet worden, das sich sowohl mit der Blase als auch dem Darm be­fasst. Chirurgischerseits wird mit einer neuen mini­malinvasiven Eingriffstechnik gearbeitet, um Verlet­zungen an Kreuzband und Meniskus schonend zu behandeln. Hierdurch wird die Belastung für die Pa­tienten spürbar verringert.

 

Über eine Verbundzertifizierung soll das konzernweit gültige, einheitliche Managementsystem nach den Regeln der DIN EN ISO 9001 zertifiziert wer­den.

 

6. Bewertung des Qualitätsmanagements

Die systematische interne Überprüfung der Struk­turen und Prozesse erfolgt durch entsprechend ge­schulte interne Auditoren. Über eine Management­bewertung werden die Ergebnisse auf verschie­denen Leitungsebenen beurteilt. Eine Zertifizierung nach den Regeln der DIN EN ISO 9001 wird durch den TÜV Rheinland durchgeführt. Ein „Maria Hilf Standard“ - ein auf DIN EN ISO 9001 basierender Standard - soll die gruppenspezifische Qualitätsori­entierung sicherstellen.

 

Die Einrichtung ist weiterhin Teilnehmer an einem Qualitätsbenchmark-Projekt „Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Qualität katholischer Krankenhäu­ser“. Ziel des Projektes ist es, einheitliche Qualitätsin­dikatoren auf der Basis von Routinedaten für ausge­wählte medizinische und pflegerische Leistungen zu entwickeln. Schon jetzt vergleichen sich die Kran­kenhäuser der Maria Hilf Gruppe untereinander und nutzen die Informationen aus dem Benchmark zur Identifizierung von Verbesserungspotenzialen.